Es war einmal eine Frau namens Hildegard. Eine Frau, die wusste, wann es Zeit war zu warten und wann es Zeit war zu handeln. Geduld war ihr Werkzeug, Entschlossenheit ihr Pfeil, der immer sein Ziel traf.
In einer Welt, in der Frauen kaum Raum hatten, ihre Stimme zu erheben, nutzte sie jedes Mittel, das ihr zur Verfügung stand. Ihr Wissen, ihre Texte, ihre Bilder.
Es gab einen Vorfall, bei dem ich Hildegards Weisheit nutzen konnte. Als meine Kreativität und Arbeit manchmal ohne Erlaubnis genutzt werden. Ich entdeckte, dass meine eigenen Texte und Bilder kopiert und gepostet wurden. Auf die Bitte, die Inhalte zu löschen, bekam ich die Antwort: „Lass das meine Sorge sein.“ Ein Satz, der auf den ersten Blick beiläufig klingt, in Wirklichkeit aber Grenzen missachtet. Sie meinte: Sie habe das nicht von mir geklaut.
Was für manche Ärger auslöst, kann zu einem Moment der Entscheidung werden. Hildegard lehrt hier: Handlungen wie Pfeile – präzise, bedacht, kraftvoll. Es geht nicht um impulsive Reaktionen oder Rache, sondern darum, die eigenen Grenzen zu schützen und bewusst zu handeln. Wer dreist kommt, muss wissen, dass jede Handlung Konsequenzen hat.
Hildegardiskapelle Disibodenberger Scivias Stiftung – Rundgang
Pfeile der Weisheit
Hildegard zeigt, dass Weisheit nicht nur in Worten liegt, sondern in Handlungen. Die Pfeile stehen symbolisch für Entscheidungen: klar, mutig, wirkungsvoll. Sie markieren Grenzen, schützen Kreativität und ermöglichen es, Visionen zu leben. Frauenweisheit heißt, zu erkennen, wann es Zeit ist zu handeln, wann zu warten und wann zuzuschauen. In meinem Fall, habe ich auf der Plattform gemeldet, dass mein Gedankengut, sowie Fotos ohne Erlaubnis genutzt wurde und meine Community schrieb und bemerkte dies auch in der Kommentarspalte unter dem geklauten Beitrag.
Die Vision einer eigenen Welt
Hildegard war eine Pionierin. Sie schrieb, sang, heilte, forschte und lehrte - alles in einer Zeit, in der Frauen kaum Gehör fanden. Sie schuf Räume, in denen Frauen lernen, wirken und wachsen konnten. Räume, die durch Kreativität, Intuition und kluge Entscheidungen lebendig wurden.
Wenn jemand ihre Werke unrechtmäßig nutzte, reagierte sie nicht aus Wut oder Ohnmacht, sondern mit Präzision und Überlegung. Handeln, bewusst und klug, ist stärker als impulsive Reaktionen.
Heute kann das Beispiel mit dem geklauten Text und Bild als Erinnerung dienen: Frauen können lernen, ihre Gaben zu schützen, ihre Stimme zu erheben und gleichzeitig bedacht vorzugehen. Die eigenen „Pfeile“ werden gezielt eingesetzt – nicht aus Hass, sondern aus Selbstbestimmung und Mut.
Inspiration aus der Vergangenheit
Hildegard lädt ein, die eigene Weisheit zu entdecken. Sie zeigt, dass Wissen, Kreativität und Geduld Werkzeuge sind, die genutzt werden dürfen. Dass Handlungen Konsequenzen haben - aber auch Wege öffnen. Dass die eigene Stimme zählt, auch wenn sie leise beginnt.
Die Einladung zur Reflexion
Hildegard erinnert uns daran, die eigenen Pfeile der Klarheit zu erkennen: Welche Werkzeuge der Intuition liegen in den eigenen Händen? Wie lassen sich Kreativität, Selbstbestimmung und Mut im Alltag leben?
Frauenweisheit ist nicht starr. Sie lebt in Geschichten, Symbolen, Ritualen und persönlichen Erfahrungen. Sie ist die Fähigkeit, wachsam zu sein, die eigenen Gaben zu erkennen und mutig zu handeln, auch wenn andere die eigenen Werke kopieren oder missachten.
Und so wie Hildegard, die wilde Weise, ihre Pfeile klug setzte, kann jede Frau lernen, ihre Visionen zu schützen, ihre Kreativität zu entfalten und ihren eigenen Weg zu gehen.
Frauenweisheit – eine fortlaufende Textreihe
Diese Texte sind persönliche, künstlerische Annäherungen an überliefertes Frauenwissen, historische Figuren und kollektive Erfahrungen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern laden zum Innehalten und Weiterdenken ein.
